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Montage

Ausführung und Funktion einer Blitzschutzanlage

Der sogenannte „Blitzableiter“ stellt nur einen Teil eines gesamten Blitzschutzsystems dar.

Ein Blitzschutzsystem besteht im Wesentlichen aus

  • den Fangeinrichtungen,
  • den Ableiteinrichtungen und 
  • einer Erdungsanlage.

Die Fangeinrichtungen bestehen aus den am Dach montierten Fangleitungen, wobei auch sämtliche metallene Dachkomponenten (Regenrohre, Saumbleche, Schneefanggitter udgl.) in das Fangsystem einbezogen werden.
Die Ableitungen werden entweder auf oder in der Fassade geführt. Regenfallrohre werden auch teilweise in das Ableitsystem einbezogen. Die Ableitungen  verbinden die Fangeinrichtungen mit der Erdungsanlage.
Einen extrem wichtigen Teil des Blitzschutzsystems stellt die Erdungsanlage dar. Nur bei einer funktionierenden, niederohmigen Erdungsanlage kann der Blitzstrom auch gefahrlos in das Erdreich abgeleitet werden.

Blitze entstehen durch elektrische Ladungen am Boden und in einer Wolke oder zwischen zwei Wolken. Daher wird zwischen Erdblitzen und Wolkenblitzen unterschieden. Für den äußeren Gebäudeblitzschutz sind nur die Erdblitze relevant. Bei Erdblitzen ist wieder zu unterscheiden zwischen

  • Abwärtsblitze (Wolke – Erde) oder
  • Aufwärtsblitze (Erde-Wokle)

Optisch können beide Blitzarten leicht unterschieden werden. Bei Abwärtsblitzen entsteht der Blitz in der Wolke; die Verästelung des Blitzes geschieht am Boden. Bei Aufwärtsblitzen ist es genau umgekehrt. Für die vom Blitz getroffenen  Objekte stellen Abwärtsblitze (Wolke-Erde-Blitze) eine härtere Beanspruchung als Aufwärtsblitze (Erde-Wolke-Blitze) dar.
Das bedeutet, dass Blitze dann entstehen, wenn der Ladungsunterschied zwischen Wolke und Erde so groß ist, dass die Luft nicht mehr in der Lage ist zu isolieren. Bei den Abwärtsblitzen geht der „Ladungsvorschub“ von der Wolke Richtung Erde. Bei Gebäuden, die mit keiner Blitzschutzanlage ausgestattet sind, geschieht der Ladungsaustausch zwischen Boden und Wolke.
Bei einer funktionierenden Blitzschutzanlage wird über die Komponenten des Blitzschutzsystems das Erdpotential auf „Firsthöhe“ angehoben, sodass der Ladungsaustausch nur mehr zwischen Wolke und dem Blitzschutzsystem stattfindet.

Das bedeutet:

Im Fall eines Blitzschlages findet der Blitzeinschlag nicht am oder im Gebäude statt, sondern in den Fangeinrichtungen und den Ableiteinrichtungen der Blitzschutzanlage. Sowohl Fang- als auch Ableiteinrichtungen bestehen aus Metallen (Kupfer, Aluminium) mit sehr guten elektrisch leitenden Eigenschaften. Somit wird der Blitz außerhalb des Gebäudes über einen sehr geringen elektrischen Widerstand gefahrlos zur Erde abgeleitet.
Wie oben beschrieben, stellen Abwärtsblitze die größte Gefahr für Objekte dar. Abwärtsblitze wiederum haben die Eigenschaft, dass die Verästelungen eines Blitzes am Boden stattfinden.
Landläufig herrscht die Meinung, dass hohe Gebäude, hohe Bäume oder Gewässer in unmittelbarer Nähe einen entsprechenden Schutzdarstellen und somit für das eigene Objekt die Montage einer Blitzschutzanlage nicht erforderlich sei.

Dies ist ein gravierender Irrtum!

Eine derartige Konstellation bedeutet für das eigene Objekt eine höhere Gefahr, da die hohen Objekte in Nähe optimale Entladepunkte für den Blitz darstellen. Auf Grund der Verästelungen des Blitzes können Teilentladungen das eigene – ungeschützte – Gebäude treffen.

Schlussfolgerung:

Die Installation einer Blitzschutzanlage stellt eine sinnvolle Investition dar, wenn die Blitzschutzanlage ordnungsgemäß installiert wird und das Erdungssystem einwandfrei funktioniert. Es ist darauf  zu achten, dass das Fang- und Ableitsystem am Dach und an der Fassade möglichst engmaschig unter Einbeziehung sämtlicher metallenen Gebäudekomponenten ist.